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Autor
Dr. Bernd Schulze
Dr. Bernd Schulze
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Folgende Erkenntnis habe ich aus meiner Arbeit mit zahlreichen Kunden als Practice-Leiter API-Management gewonnen: API-Management ohne Ambitionen für digitale Transformation und Geschäftsmodellentwicklung ist bedeutungslos, digitale Transformation und Geschäftsmodellentwicklung ohne API-Management unmöglich. In diesem Artikel erläutere ich Chancenpotenziale und konzeptionelle Grundlagen von API-Management. Außerdem gehe ich auf Erfolgsfaktoren ein und zeige Ansatzpunkte für die Umsetzung auf. Konkrete Empfehlungen geben Impulse, um das Potenzial von API-gestützter Transformation und Innovation zu erschließen und das Business voranzutreiben.

Einordnung und Potenziale

Die Digitalisierung schreitet voran. Infolgedessen beobachten wir zunehmend den Aufstieg plattformbasierter Geschäftsmodelle, „smarter“ Produkte sowie mehrkanalbasierter Ansätze für eine konsistente, auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittene Interaktion zwischen Akt-euren der Wertschöpfungskette. Diesen Entwicklungen liegen verschiedene Treiber zugrunde: Immer anspruchsvolleres Nutzer- und Kundenverhalten, neue regulatorische Anforderungen sowie der Einstieg einst branchenfremder Akteure in die jeweils relevante Wettbewerbsarena. Hieraus ergeben sich für Unternehmen Chancenpotenziale, die im Sinne einer zukunftsgerichteten Unternehmensführung adäquat zu adressieren sind, um entsprechende Umsatzsteigerungs- bzw. Kostensenkungseffekte zu erzielen:

  • Expansion in zusätzliche Märkte und Kundensegmente
  • Höhere Abschöpfung der Zahlungsbereitschaft durch neuartige Produkte
  • Steigerung von Loyalität und Einkaufswert durch verbessertes Kundenerlebnis
  • Auslösung eines Promotoren-Effekts durch Mobilisierung des Partner-Ökosystems
  • Intensivere Mehrfachnutzung bereits vorhandener Daten und APIs bzw. Funktionen
  • Weitgehende Automatisierung von Arbeitsabläufen im Rahmen des Datenaustauschs
  • Forcierung agiler Arbeitsweise, strategischer Anpassungsfähigkeit und weiterer Skalierung

Durch die Erschließung dieser Chancenpotenziale können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ihren Marktbegleitern erhalten und ausbauen … oder sukzessive einbüßen, wenn sie sie nicht nutzen. API-Management spielt hierbei eine Schlüsselrolle, indem es einen sicheren und bewusst gesteuerten Datenfluss zwischen Anwendungen und Systemen orchestriert. Aus unserer Sicht ist dieser bewusst gesteuerte Datenfluss ein wesentlicher „Enabler“ für digitale Transformation und Geschäftsmodellentwicklung – sowohl nach innen als auch nach außen gerichtet. 

Grundverständnis zu API-Management

API-Management beschreibt ein Konzept, das sich maßgeblich auf den Prozess der Entwicklung, Veröffentlichung und Steuerung von Programmierschnittstellen (englisch „Application Programming Interfaces“, kurz: APIs) bezieht. APIs sind Mechanismen, die es verschiedenen Software-Komponenten ermöglichen, über eine Reihe von Definitionen und Protokollen miteinander zu kommunizieren. Sie vereinheitlichen Datenaustausch und sollten Anforderungen der auf eine API zugreifenden Entwickler und Anwendungen erfüllen. Konkrete Anforderungen an API-Management variieren typischerweise je nach Unternehmen, im Allgemeinen decken API-Managementlösungen grundlegende Funktionen entlang des API-Lebenszyklus ab. Dazu gehören Standardisierung der API-Entwicklung, Durchsetzung von Sicherheitsanforderungen, Etablierung von API-Governance sowie Katalogisierung, Versionskontrolle und Publikation von APIs. Darüber hinaus bieten API-Managementlösungen KPI-basiertes Monitoring, eine Analyse von Nutzungs- bzw. Zugriffsmustern sowie API-Paketierung und Monetarisierung. In diesem Zusammenhang verstehen wir APIs als B2B Produkte, die sich an interne oder externe Entwickler richten. Entweder dienen sie als Zwischenprodukte zur Veredelung von Applikationen, oder sie können als Datendienst eigenständig vermarket werden. In beiden Fällen durchlaufen sie den sog. API-Lifecycle, den Abbildung 1 illustriert. 

APIM eBook illustrations_Abb 1Abbildung 1: API-Lifecycle

 

Die technische Grundlage einer API-Managementlösung bildet eine Plattform, die Funktionen im API- Lifecycle konsistent(er) und vor allem effizienter erbringen soll. Sie ist logisch in drei Ebenen unterteilt:

  1. Managementebene, die ein API-Portal im Sinne eines API-Marktplatzes oder Entwicklerportals, ergänzt durch ein API-Analyse-Modul als Basis für das Monitoring von Metriken, umfasst
  2. Kontrollebene, bestehend aus einem API-Lifecycle Manager und einem API-Policy Manager, der die Einhaltung von Standardisierungs-, Zugriffs- und Sicherheitsanforderungen sicherstellt  
  3. Datenebene mit API-Gateways, die Datenquellen mit Entwicklern bzw. Anwendungen verbinden und somit Datenaustausch zwischen API-Produzenten und -Konsumenten erlauben

Bei Nagarro sind wir der Überzeugung, dass Auswahl, Design, Implementierung, Betrieb und Skalierung einer plattformbasierten API-Managementlösung nicht isoliert betrachtet und angegangen werden sollte. Eine plattformbasierte API-Managementlösung muss in die bestehende IT-Landschaft eingebettet sowie eng mit der übergreifenden Geschäfts- und IT-Strategie verwoben werden. 

Erfolgsfaktoren für API-Management

Aufgrund des technischen Charakters sehen wir üblicherweise die IT-Abteilung in einem Unternehmen in der Rolle, das Thema API-Management zu initiieren und verantwortlich voranzutreiben. Mit Blick auf skizzierte Chancenpotenziale sind wir jedoch der Meinung, dass API-Management strategisch gedacht, unternehmensweit verankert und interdisziplinär ausgestaltet werden soll. Nur wenn Business und IT Hand in Hand zusammenarbeiten, werden sie Wertpotenziale umfassend heben und neue Handlungsspielräume für unternehmerischen Erfolg erschließen können. Entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung von plattformbasiertem API-Management sind insbesondere folgende Schritte: 

  1. Wertpotenziale eines plattformbasierten API-Managements für das Unternehmen identifizieren und bewerten, ggf. mit Hilfe von „Proof of Concepts“ (PoCs) zu priorisierten Use Cases.
  2. Breit abgestimmte API-Strategie erarbeiten, die als Brückenglied zwischen Funktionen und Bereichen dient sowie die operative API-Nutzung im Unternehmen forciert.
  3. Kooperationsmodell als Grundlage für eine wertstiftende Zusammenarbeit zwischen Business und IT etablieren und mit externen Partnern und Anspruchsgruppen erweitern.
  4. API-Systemlandschaft implementieren, die durch geeignete APIM-Plattform(en) und ergänzende Software-Produkte definiert sind, z.B. zu Monitoring oder API-Sicherheit.
  5. Erforderliche Fähigkeiten und Ressourcen identifizieren, aufbauen und nachhaltig in der Organisation verankern.

Wir empfehlen, diese Punkte im Zuge einer schrittweisen Umsetzung möglichst frühzeitig anzugehen.

Ansatzpunkte für die Umsetzung

Wir unterscheiden Integrations- bzw. Expositionsperspektive, um mit unseren Kunden An-satzpunkte für die Einführung und Skalierung von API-Management herauszuarbeiten und vertiefend zu diskutieren. Abbildung 2 illustriert den Aufbau der API-Architektur und ordnet die beiden Perspektiven ein:

APIM eBook illustrations_Abb 2Abbildung 2: Klassifizierung der Perspektiven einer API-Architektur

 

Aus Integrationsperspektive geht es darum, wie eine plattformbasierte API-Managementlösung Zugang zu Daten, insbesondere in Mainframe-Applikationen, On-prem Datenbanken sowie Cloud-Speichern, findet bzw. deren Verfügbarkeit für bewusst gesteuerten Datenfluss sicherstellt. In diesem Zusammenhang sehen wir folgende Anwendungsfälle als besonders spannende Ansatzpunkte an:

  • Modernisierung der bestehenden Unternehmensarchitektur mit Hilfe von Microservices, „API-first“-(Design)Konzept und Sicherheitsprinzipien
  • Konzeption und Durchführung einer Middleware Transformation, um Daten- und API-Silos unternehmensintern und -extern zu überwinden
  • Erschließung des vollen Potenzials einer Cloud-Transformation auf Basis von „API-first“-Prinzipien und Plattformfunktionen

Im Gegensatz dazu liegt aus Expositionsperspektive der Fokus auf der Bereitstellung verfügbarer Daten für Konsum bzw. Verarbeitung durch technische Endpunkte. Mit Blick auf die Umsetzung von API-Management sehen wir insbesondere folgende Anwendungsfälle:

  • Technische Umsetzung von Geschäftsstrategien, die beispielsweise smarte Produkte und Plattformen oder auch Omnichannel-Ansätze beinhalten
  • Ableitung einer API-(Ökosystem-)Strategie, die insbesondere API-Marktplatz und API-Produkte sowie deren Monetarisierung definiert
  • Definition und Implementierung einer API-Plattformstrategie, flankiert durch kulturelle und organisatorische Maßnahmen
Je nach Perspektive gibt es Unterschiede im Hinblick auf Zielsetzung, Ansatzpunkte und Vorgehensweise. Nachfolgend vertiefe ich beispielhaft jeweils einen Anwendungsfall je Perspektive.

„Middleware Transformation“ als Ansatzpunkt aus Integrationsperspektive

Im Markt begegnet uns häufiger der Anwendungsfall Middleware Transformation. In diesem Zusammenhang kann Middleware als Software zwischen einem Betriebssystem und den Applikationen, die darauf ausgeführt werden, verstanden werden. Im Prinzip fungiert sie als versteckte Übersetzungsebene und ermöglicht so die Kommunikation und Datenverwaltung verteilter Applikationen.

Middleware Transformation zielt auf höhere Flexibilität und Kostenvorteile infolge struktureller Optimierung sowie verbesserter Integration im Hinblick auf Legacy-Systeme sowie neue Infrastrukturen und Applikationen ab. Wir empfehlen hier, nach Festlegung von Modernisierungszielen und Handlungsbedarf, eine zukunftsgerichtete Transformationsarchitektur herauszuarbeiten. So können jene Tools, Technologien und Beteiligte identifiziert werden, die für eine solche Transformation erforderlich sind. Zu bedenken ist auch einen Migrationsansatz, z.B. „Lift-and-Shift“, Refactoring oder Re-Platforming auszuwählen und umzusetzen. Ein konsistentes „API-first“-(Design)Konzept, Microservices sowie eine platt-formbasierte API-Managementlösung mit vielfältigen Integrationsoptionen spielen hierbei eine Schlüsselrolle für den Erfolg der Transformationsarchitektur.    

„API-Marktplatz“ als Ansatzpunkt aus Expositionsperspektive

Ein API-Marktplatz verbindet API-Produzenten mit API-Konsumenten, so dass diese Daten auf Basis einheitlicher Regeln zu technischen und kommerziellen Aspekten austauschen können. Es handelt sich um die am weitesten fortgeschrittene Ausbaustufe eines Datenaustausches im Hinblick auf Automatisierung, Sicherheitsniveau, Analyse- und Monetarisierungsfähigkeit. Als weniger fortgeschritten können rudimentäre API-Kataloge sowie mächtigere Entwicklerportale verstanden werden. Der Aufbau und Betrieb eines API-Marktplatzes ist üblicherweise eingebettet in die (Weiter-)Entwicklung einer API-Strategie, mit der ein Unternehmen seine Unternehmens- und IT-Strategie im Hinblick auf relevante Ökosysteme konkretisieren, ein Modell für die Kooperation zwischen in- und externen Anspruchsgruppen etablieren sowie den logischen Aufbau seiner plattformbasierten API-Managementlösung definieren möchte. Wichtig hierbei ist, umsatz- bzw. kostenseitig wirksame Mehrwerte dank verbesserter Kundenerfahrung, neuartiger oder angereicherter Services, Expansion in neue Kundensegmente bzw. Märkte sowie intensiverer Mehrfachnutzung vorhandener Daten und APIs zu erzielen.

Wenn ein solches Projekt gestartet wird, ist es wichtig zunächst ein klares Zielbild zu skizzieren und dieses dann im Hinblick auf Anspruchsgruppen, Wertversprechen sowie technische Standards und Funktionalität zu konkretisieren. So lassen sich noch fehlende Fähigkeiten – beispielsweise Workflow- und Feedback-Management, Einbindung von Dritt-APIs in den Angebotskatalog, Analyse und Monetarisierung der API-Nutzung, Verknüpfung mit vorhandenen API-Gateways – gezielt identifizieren und entwickeln bzw. beschaffen. Es handelt sich primär um eine technische Herausforderung, die jedoch durch aufbau- und ablauforganisatorische Maßnahmen und Change Management wirksam zu flankieren ist. So kann eine wirksame Zusammenarbeit über Funktions- und Bereichsgrenzen hinweg etabliert werden. Zu bedenken ist weiters den Aufbau eines API-Marktplatzes durch ein Betriebskonzept zu unter-füttern, das KPI-basiertes Monitoring und Leistungsverbesserung institutionalisiert.

Fazit

Plattformbasiertes API-Management geht über Design und Entwicklung von APIs deutlich hinaus. Es ist nicht nur als ein IT-Thema zu verstehen, sondern vielmehr als Enabler für digitale Transformation und Geschäftsmodellentwicklung. Wenn Entscheider aus IT und Business diesen Enabler für die Modernisierung der Enterprise-IT sowie die Entwicklung neuer Dienste, smarter Produkte und innovativer Geschäftsmodelle nutzen, lassen sich enorme Chancenpotenziale erschließen. Daher glauben wir, dass dieses Thema eine Priorität auf Vorstands- bzw. Geschäftsführungsebene haben sollte.

Bei der Konzeption, Umsetzung und Skalierung von API-Management handelt es sich üblicherweise um eine komplexe, mehrjährige Transformationsreise. Sorgfältig ausgewählte IT-Partner können bei einer solchen Reise maßgeblich helfen, den richtigen Kurs zu setzen und die (Zwischen-)Ziele zu erreichen. Nagarro verfügt über langjährige Erfahrung und umfassen-de Kompetenz in Design, Implementierung, Betrieb und Skalierung maßgeschneiderter API-Managementlösungen in verschiedenen Szenarien und Industrien.

 

Lassen Sie uns darüber sprechen, wie Sie Ihre Transformationsreise erfolgreich gestalten und umsetzen können: apim@nagarro.com  

Für mehr Informationen rund um API-Management und wie es Ihnen helfen kann, finden Sie hier

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Digital Transformation, API Management, Transform, API

Autor
Dr. Bernd Schulze
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