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agilityDie Luftfahrt Industrie macht einen geschätzten Umsatz von $ 556 Milliardeni und betreibt eine große Anzahl an Produkten und Dienstleistungen, die zusammenarbeiten, damit Flüge zur richtigen Zeit starten und landen, die Passagiere sich sicher fühlen können und unterhalten werden. Im Großen und Ganzen betrachtet, ist dies ein profitables Geschäft. Mehrere Systeme interagieren miteinander und tauschen fast im Sekundentakt Daten aus. Die Anzahl an Passagieren wächst pro Jahr um etwa 6%ii. Nun stellt sich die Frage, ob die Hauptakteure gelernt haben, sich an die steigenden Anforderungen ihrer Kunden anzupassen.

Finden von agilen Lösungen

Traditionell wird die Luftfahrt als eine stabile Industrie angesehen, die über gut etablierte Praktiken und sehr erfahrenes Personal verfügt, welches Arbeitsabläufe in einem komplexen Netzwerk von Informationen handhaben kann. Jedoch haben wir im Laufe unserer langjährigen Erfahrung bei der Bereitstellung von High-End Technologien in dieser Industrie gesehen, dass im Zuge der Technologiemodernisierung diese etablierten Praktiken und eingeübten Arbeitsweisen auch eine Herausforderung darstellen können.

Unsere Erfahrung mit der Entwicklung eines Flugplanungssystems für eine führende Luftfahrgesellschaft ist ein gutes Beispiel dafür. Deren Legacy Anwendung ist in den vergangenen 25 Jahren bei über 35% aller Fluggesellschaften und mit einem Marktanteil von etwa 35% im Einsatz. Allein in Europa setzen über 45% aller Fluglinien die Dienstleistungen dieses System zur Planung und zum Tracking von Flügen ein. Die Aufrüstung eines Systems, von einer derartigen Größe und Komplexität, unter Beibehaltung des kontinuierlichen Geschäftsbetriebs für die bestehende Kundschaft erfordert ein hohes Maß an Flexibilität, Koordination, Geschwindigkeit und Genauigkeit.

Hier bietet Agile die Lösungen.

Typische Anforderungen an ein Projekt in der Luftfahrt Agile Lösungen

Komplizierte Anforderungen

Die Projekte tendieren dazu, über ein komplexes Netzwerk an Informationen zu verfügen, in dem die scheinbar einfache Aufgabe, eine Liste von Flügen darzustellen, die Integration multipler Systeme im Backend erfordert. Hier ist das grundlegende Prinzip von Agile: „Komplexe Arbeiten in kleine Arbeitsflüsse oder „Stories“ aufzubrechen“ von kritischer Bedeutung. Damit wird es dem Team ermöglicht, Brainstormings in Bezug auf die Anforderungen und ein Drill-Down der Komplexität durchzuführen.

Das Erkennen und Verstehen von Integrationspunkten und das Aufbrechen der Anforderungen in kleinere Teile schafft mehr Klarheit bezüglich der Use Cases.

Teams an unterschiedlichen Standorten

Die Teams sind normalerweise auf verschiedene Standorte verteilt. Das Vertrauen zwischen den verschiedenen Stakeholdern ist für den Erfolg des Projekts entscheidend. Agile hilft dabei, negative Wahrnehmungen zu überwinden und Vertrauen durch Transparenz in Bezug auf die Arbeit, Anfragen und Antworten zu schaffen.

Die Dokumentation und das Teilen von User Stories durch agile Boards und eine klare Aufgabenzuteilung fördert das Vertrauen zwischen allen Stakeholdern.

High-Risk Domain

Selbst ein kleiner Fehler oder ein Versäumnis in der Testphase kann sich in dieser Domäne katastrophal auswirken. Zum Beispiel kann eine Änderung bei den Mengeneinheiten an bestelltem Treibstoff zur Knappheit während des Fluges führen. Agile hilft durch Verteilung in verschiedene Arbeitspakete dabei, solche Risiken zu minimieren.

Das Testen am Ende eines jeden Sprints stellt sicher, dass ein Risiko nach dem anderen in kleinen Einheiten eliminiert wird. Im letzten Sprint, dem sogenannten „Hardening Sprint“, wird sichergestellt, dass alle Teile schlüssig zusammenpassen.

Mangel an Fachpersonal

Projektpersonal mit technischem Fachwissen und Erfahrung in der Luftfahrtindustrie zu finden, ist immer eine Herausforderung. Normalerweise arbeiten Luftfahrt-Experten seit Jahren in dieser Branche , ohne den technischen Aspekten ihrer täglichen Arbeit ausgesetzt zu werden. Da ein agiles Projekt einen klar definierten Umfang hat, kann jedes Teammitglied verschiedene Rollen einnehmen und seine Kollegen unterstützen. So kann beispielsweise ein Technical Architect das funktionale Know-how des Projektteams ergänzen. Seine Unterstützung kann in Form von Information oder durch die Übernahme einer noch nicht zugeteilten technischen Aufgabe geleistet werden.

Ein definiertes Projektziel bietet allen Teammitgliedern einen besseren Überblick über ihre Verantwortungsbereiche, im Laufe der Implementierung eines Projekts.

Die agile Vorgehensweise: Ein Sprint nach dem anderen

Basierend auf unseren Erfahrungen in der Luftfahrtindustrie, setzten wir uns das Ziel, die Nutzung von Ressourcen und die Kundenerfahrung zu optimieren und einen effizienten Kostenumgang zu garantieren.

Dem agilen Ansatz folgend, haben wir das Projekt in ungefähr 16 Unterprojekte (Streams) aufgeteilt. Die entscheidenden Gesichtspunkte für die endgültige Aufteilung des Projekts in diese Streams werden nachfolgend aufgelistet.

  • - Geschäftliche Ziele: Jeder Stream verfolgt ein Geschäftsziel zur Erfüllung von Kundenanforderungen und erfüllt eines von einer Liste an Gesamtzielen. Zum Beispiel, erstellt ein Stream eine Liste aller für diesen Flug geeigneten Flughäfen, während ein anderer Stream sicherstellt, dass die Crew alle benötigten Daten vor dem Flug zur Verfügung hat.

  • - Priorität: Die Streams wurden nach Geschäftsinitiativen und strategischen Entscheidungen priorisiert. Am Ende eines jeden Sprints wurde ein lieferfähiges Produkt bereitgestellt, welches es dem Kunden ermöglicht, näher an das Ziel heranzurücken und jeden Schritt zu bewerten. Die Priorisierung jedes Streams basierte auf verschiedenen Faktoren, wie z.B. der Verständlichkeit der Anforderungen, der Personalverfügbarkeit usw. Jedes Projekt wurde durch ein separates agiles Team abgewickelt. Die Leistung wurde iterativ geliefert, um Kundenvertrauen zu gewährleisten. Um beispielsweise Veränderungen durchzuführen, ohne die bestehende Funktionalität zu beeinträchtigen, wurden die technischen Backend Systemdienste zuerst aufgewertet.

  • - Plug-out und Plug-In: Jeder Stream konnte leicht aktiviert und deaktiviert werden, da für jeden Stream eine unabhängige funktionelle Lösung entwickelt wurde. Separate Funktionalitäten, wie z.B. Crew Briefing, Flugplanung, Eignungsüberprüfung von Flughäfen wurden als separate Streams abgewickelt. Dies ermöglichte es uns, Änderungen an der bestehenden Anwendung durch den schrittweisen Ersatz bestehender Module vorzunehmen. Die leichte Rückführbarkeit im Fall einer fehlerhaften Anwendung führte außerdem zu Risikominimierung. Veränderungen erfolgten in kleinen Schritten, anstelle von großen Änderungen im Gesamtsystem.

Darüber hinaus waren zwei weitere Faktoren bei der agilen Implementierung dieses Projekts entscheidend.

  • - Konstante Überprüfung: Die Kontrolle des erzielten Fortschritts ist bei kleinen Unterprojekten einfacher, als der Umgang mit Metriken eines sehr großen Projekts. Konstante Überprüfungen und die dadurch notwendigen Anpassungen stellten sicher, dass ein Qualitätsprodukt bereitgestellt wurde.

  • - Budgetkontrolle: Da das Budget in IT-Projekten immer von herausragender Bedeutung ist, half die schrittweise Entwicklung dabei, die Kosten für das Projekt unter Kontrolle zu halten. Durch die Verfolgung der Ausgaben konnten die Budgets für nachfolgende Projekte besser geplant werden.

Unsere Erfahrung in der Luftfahrtindustrie hat uns in unserer Überzeugung bestärkt, dass jedes Projekt, unabhängig von dessen Leistungsumfang oder Implementierungskomplexität, erfolgreich abgewickelt werden kann, solang die geeigneten agilen Werkzeuge und das notwendige Fachwissen zum Einsatz kommen. Der Luftfahrtsektor seinerseits verwendet zunehmend agile Vorgehensweisen beim Einsatz neuerster Technologien, wie Mobile, Beacons und Wearables. Da fast ein Drittel der IT-Ausgaben in der Luftfahrtindustrie für Innovationen aufgewendet wirdiii, besteht kein Zweifel daran, dass agile Methoden schon sehr bald zu den etablierten Praktiken im Bereich der Luftfahrt zählen werden.

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iii http://www.sita.aero/resources/type/surveys-reports/airline-it-trends-survey-2015