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Nagarro hat insgesamt 32 Offices verteilt auf allen Kontinenten, wovon sich acht Standorte in den USA befinden. Dort werden Kunden wie Lutron, TTX, Algix, ASSA ABLOY und Crunch Fitness betreut. Unser Sales & Marketing Kollege Sebastian Gesellensetter, eigentlich stationiert in unserem Münchner Office, ging für 3 Monate in die USA, um die Kollegen vor Ort zu unterstützen. Ich durfte ihn nach seiner Rückkehr interviewen und war sehr gespannt auf das, was er von Übersee zu erzählen hatte. Denn eines verriet er mir bereits vorab: Er habe sein bisheriges Lieblings-Urlaubsland mit ganz anderen Augen gesehen und erlebt!

Sebastian ist zwei Jahren bei Nagarro und hat hauptsächlich einen großen, globalen Kunden betreut. Parallel unterstützte er intensiv den Aufbau des globalen Account Managements und wirkte bei etlichen lokalen Marketingaktivitäten mit, bevor er sich auf das „Abenteuer USA“ einließ.

 

Wie kam es zu dem Entschluss in die USA zu gehen?

Im Zuge meines Traineeprogrammes war ein Auslandsaufenthalt vorgesehen. Leider war dieser aus zeitlichen Gründen während des Programmes nicht möglich, weshalb ich dann erst von März 2019 – Mai 2019 in die USA gegangen bin. Ich durfte mir sogar aussuchen, an welchem Standort weltweit ich mein Auslandsprogramm absolvieren möchte. Ich entschied mich für die Staaten. Abgesehen davon, dass ich ein riesengroßer USA Fan bin und ich auch meine letzten Urlaube dort verbrachte, sah ich in Amerika die größte Chance mich im Bereich Leadgewinnung weiterzubilden. Nagarro hat an diesem Standort die meisten Sales-Aktivitäten global gesehen.

Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Nachdem die Entscheidung für die USA gefallen war, habe ich zuerst mit meiner Kollegin Cindy Wolf vor Ort Kontakt aufgenommen, um notwendige Abstimmungen für den Aufenthalt zu klären. Sie verantwortet das USA-Geschäft und ich stimmte mit ihr grob die Eckdaten ab. Wie für Nagarro üblich, sind die Wege sehr kurz und nicht hierarchisch geprägt – sprich, nach einem Skype-Call war der grobe Fahrplan meines Aufenthalts dann auch formal erledigt und ich konnte mit der Planung beginnen. Hin- und Rückflug war schnell gebucht, Visa angefordert und als Unterkunft entschied ich mich für ein Airbnb, in denen ich mit mehreren Leuten zusammenwohnte. Somit umging ich das „langweilige“ Hotel nach einem langen Arbeitstag. Als alle VISA-Angelegenheiten erledigt waren, ging die große Reise auch schon los.

Mit welchen Herausforderungen hattest du zu kämpfen und war der Start schwieriger als erwartet?

Die größte Herausforderung bestand darin, eine gute Mischung aus bezahlbaren und gut gelegenen Appartements in New York zu finden. Ich hatte jedoch das Glück, dass mir die Kollegen aus den USA geholfen haben und ich somit eine super Unterkunft mit Blick auf die Skyline von New York bekommen habe. Der Start im Allgemeinen war sehr einfach, da ich bereits im Vorfeld mit vielen Kollegen in den USA zu tun hatte.

USA - auf was hast du dich am meisten gefreut?

Am meisten habe ich mich tatsächlich darauf gefreut jeden Morgen in die Arbeit zu fahren, da ich die USA nur aus dem Blickwinkel eines Touristen kannte. Allein die Tatsache, dass man mit Business-Kleidung und Arbeitstasche unterwegs ist, lässt einen die Stadt ganz anders wahrnehmen.

Sebastian in the USWelche kulturellen Unterschiede haben dich überrascht?

Generell war ich mit der amerikanischen Kultur bereits sehr gut vertraut. Schön zu sehen ist jedoch, dass die Amerikaner auch in der Arbeit sehr zuvorkommend und interessiert an der „deutschen“ Arbeitsweise sind.

Wie unterscheidet sich die deutsche Arbeitsweise? Was zeichnet diese aus?

Die deutsche Arbeitsweise ist geprägt von Struktur und stärkerer Trennung zwischen beruflichen und privaten Angelegenheiten. Diese strukturierte Arbeitsweise kann einem jedoch auch in der ein oder anderen Situation blockieren – hier kann man einiges von dem amerikanischen Kollegen lernen.

Wie ist die Küche in den USA und hattest du auch ein Lieblingsessen?

Die Küche in den USA (und speziell in New York) ist so global wie nirgends auf der Welt. Man kann hier wirklich alles haben – sogar ein bayerischer Biergarten im Sillicon Valley war nicht weit.

Wo und wie hast du gewohnt?

Die ersten 2 Wochen habe ich in Jersey City in einem Apartment gewohnt – erste Reihe am Hudson River mit super Blick auf die Skyline von Manhattan. Danach ging es für 2 Wochen nach San Jose ins Sillicon Valley. Auch dort habe ich in einem Apartment gelebt, von welchem ich in kurzer Zeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in unser Büro gelangen konnte. Für die restliche Zeit in New York habe ich wieder in einem Apartment in Jersey City gelebt – diesmal leider etwas weiter entfernt von Manhattan.

Wie war es in den USA zu arbeiten und welche Unterschiede gibt es zu Deutschland?

Ein bemerkbarer Unterschied ist die Mentalität der Deutschen und der Amerikaner. Während bei uns das Geschäftliche jederzeit im Vordergrund steht, bleibt in den USA auch mal etwas mehr Zeit sich über Themen abseits der Arbeit zu unterhalten.

Gab es Verständigungsprobleme und wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

Da es bei Nagarro üblich ist, in globalen Teams zu arbeiten und Englisch zu sprechen, war die Verständigung mit den Kollegen sehr einfach und unkompliziert.

Life at NagarroWelches ist rückblickend das lustigste Erlebnis in den USA gewesen?

Die Abende in den Sportbars und die vergeblichen Versuche der Amerikaner mich für Baseball begeistern zu wollen.

Würdest du es nochmal machen?

Auf jeden Fall!

Was konntest du für dich und deine Zukunft mitnehmen?

Gerade das Zusammenarbeiten mit anderen Kulturen und anderen Nationalitäten ist etwas, das ich nicht mehr missen möchte. Global Collaboration unabhängig von Ort und Zeit ist gerade in der heutigen Zeit unverzichtbar.

Haben sich deine Erwartungen erfüllt und konntest du viel neues rund um Kundengewinnung lernen?

Meine Erwartungen wurden absolut erfüllt. Speziell rund um das Thema Kundengewinnung konnte ich miterleben, dass die amerikanische Sales-Kultur viel stärker auf das Zwischenmenschliche der handelnden Personen abzielt. Relationshipaufbau und -management steht bei den Kollegen stets im Vordergrund.

Verrätst du uns ein paar Tipps und Tricks, welche die Amerikaner anwenden, um Business zu machen?

Life at NagarroIn einem Business wie Vertrieb ist es sicher schwierig bestimmte Vorgehensweisen und „Tricks“ eins zu eins in einem anderen Land anzuwenden. Was man jedoch sicherlich mitnehmen kann ist, dass es am Ende immer darum geht, ob man zu seinem jeweiligen Geschäftspartner eine gute Vertrauensbasis aufbauen kann. Dieses Aufbauen von Vertrauen gepaart mit der Zielstrebigkeit Geschäfte zum Abschluss zu bringen sind definitiv Aspekte, die ich mitnehmen konnte.

Wie ging es dir nach deiner Rückkehr?

Ich hatte das Glück an meinen Aufenthalt noch ein wenig Urlaub anzuhängen – von daher kam ich entspannt zurück. Der Alltag hat einen schnell wieder eingeholt.

Was würdest du einem Kollegen/ einer Kollegin mitgeben, der/die gerade vor der Entscheidung steht, ins Ausland zu gehen?

Wenn man einen Arbeitgeber hat, der einem diese Chance bietet, sollte man Diese auch nutzen!