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Der Ausbruch des Coronavirus (COVID-19) hat zu Betriebsunterbrechungen mit anhaltenden Auswirkungen auf Geschäftskontinuität, Arbeitsweise und Wachstumsverhalten geführt. CIOs müssen auf die Krise sowohl mit kurz- als auch langfristigen Maßnahmen reagieren, um schnelle Abhilfe zu schaffen, die Widerstandsfähigkeit gegen künftige Störungen zu erhöhen und sich auf Wachstum vorzubereiten.

Ein erstmalig am 7. April 2020 remote stattgefundener Sonder-Quality Leadership Circle, anlässlich der aktuellen Ausnahmesituation, griff dieses Thema auf und bot Führungskräften per Videokonferenz einen exklusiven Rahmen zum Austausch von Krisenerfahrungen und Best Practices. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen wie: Welche Rolle und Verantwortung kommt Digitalisierungsverantwortlichen in der aktuellen Krise zu? Welche Möglichkeiten bietet die IT, um handlungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben? Welche kurzfristigen Maßnahmen sollten CIOs umsetzen? Welchen Einfluss hat die Pandemie auf die künftige IT- bzw. Digitalisierungsstrategie? Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse.

 

COVID-19 und die besondere Verantwortung der IT

Der erste Schock und die anfängliche Panik aufgrund der verhängten Einschränkungen des sozialen Lebens durch die Bundesregierung, ist nach gut 4 Wochen in Quarantäne soweit abgeklungen. Die im virtuellen Raum anwesende Diskussionsrunde brachte daher gleich zu Beginn einen interessant positiven Aspekt rund um COVID-19 ein, nämlich die Chance für CIOs, gestärkt aus der Krise hervorzugehen, sofern davor die „digitalen Hausaufgaben“ gemacht wurden. Überall dort, wo sie gut aufgestellt sind und die IT-Infrastruktur, Geschäftsprozesse und Organisation "digital transformiert" und modernisiert haben, ist die IT zum Enabler für Geschäftskontinuität in der Krise geworden und erntet entsprechenden Dank und Anerkennung.

 

Digital Workplace and Flexwork

In diesem Kontext spielt das Kulturthema „New way of working“ bzw. „Digital Workplace“ eine tragende Rolle. Einig war man sich, dass Remote Working den persönlichen Kontakt nicht ersetzt, jedoch – wenn richtig gemacht – als perfekte Ergänzung gesehen wird. Dafür musste die IT gleich zu Beginn der Krise in kürzester Zeit die Grundvoraussetzungen schaffen, sei es VPN Zugänge bereitstellen, Leitungsbandbreiten erhöhen, neue Hardware (Notebooks, Smartphones) schnellstmöglich beschaffen und die notwendigen Berechtigungen (z.B. Active Directory) und Accounts (SaaS) einrichten. Auch besteht die Hoffnung unter den Diskutanten, dass einiges von diesem mobilen und flexiblen Arbeiten nach der Krise erhalten bleibt, vor allem bei bislang sehr traditionellen Unternehmen, wo Homeoffice bis vor der Krise undenkbar war.

 

Remote Leadership

Anknüpfend an den vorigen Punkt spielte in der Diskussion das Thema „Remote Leadership“ eine wichtige Rolle. Hier wurden Erfahrungen geteilt und aufgezeigt, wie wichtig gerade in solchen Krisenzeiten die direkte Kommunikation und das Vertrauen in das Team ist (output-based vs. time tracking). Agile und flexible Zusammenarbeit in cross-funktionalen und dezentralen Teams stellt in der derzeitigen Krisensituation einen Erfolgs- und Überlebensfaktor dar. Unternehmen, in denen agiles Arbeiten und eine auf Co-Creation ausgelegte Unternehmenskultur etabliert sind, haben hier einen klaren Vorteil und ein strategisches Asset.

 

Cloud ist Trumpf

Jene Teilnehmer im Sonder-QLC, deren Unternehmen im Bereich Cloud Computing schon weit fortgeschritten sind, berichteten von strategischen Vorteilen, die in der aktuellen Krise klar zu Tage treten. So profitieren sie beispielsweise bei rückläufigen Umsätzen beziehungsweise Zugriffen vom On-Demand-Preismodell, da nur für wirklich genutzte IT-Kapazitäten auch gezahlt werden muss. Auch die hohe Flexibilität bei der Nutzung einzelner Services und APIs wird als Wettbewerbsvorteil gesehen, dient diese doch zum Aufrechterhalten der Innovationsfähigkeit auch in Zeiten von Budgetkürzungen. Gerne möchte ich an dieser Stelle auf den Quality Leadership Circle im Februar 2020 hinweisen, der genau zu diesem Thema stattfand. Spannend auch die Umfrageergebnisse, einer im Anschluss durchgeführten Befragung über den Einsatz der Cloud in österreichischen Unternehmen.

 

COVID-19 ein Booster der Digitalisierung

Die aktuelle Coronakrise wird als Turbo der Digitalisierung gesehen, da durch COVID-19 diesbezügliche Schwächen aufgezeigt werden. Dies betrifft sowohl Produkte und Services in Richtung Endkunde, als auch interne Prozesse. Sei es ein gesteigerter E-Commerce im Vergleich zum stationären Handel oder digitale Prozesse im Customer Service wie Chatbots – Unternehmen mit einem hohen Grad an Digitalisierung bei ihren Produkten und Lösungen haben einen klaren Vorteil, waren sich die Teilnehmer einig. Und Nachzüglern wurde es spätestens nun durch die Krise bewusst, wie wichtig das Vorantreiben der digitalen Transformation heute und künftig ist. Auch bei den internen Prozessen, beispielsweise Freigabeprozesse, besteht die Hoffnung, diese auch nach der Krise weiterhin digital abwickeln zu können, was vorher undenkbar war.

 

Was bleibt ist ein positiver Ausblick

Grundsätzlich sehen die Teilnehmer derzeit die Chancen, welche sich durch die Krise ergeben, im Mittelpunkt ihrer aktuell laufenden Aktivitäten – seien es neue Business-Ideen zu generieren und umzusetzen oder Erleichterungen durch Digitalisierung im täglichen Leben zu ermöglichen. Es bleibt die Frage, was von dem Kulturwandel in der Remote-Zusammenarbeit nach COVID-19 weiter existieren wird. Aber bei einem waren sich alle einig: CIOs und Digitalisierungsverantwortliche sollten sich darauf einstellen, dass Krisensituationen, wie heute das Coronavirus, immer wieder auftreten können und eher die Regel als die Ausnahme sein werden. Dies wird Niederschlag in der Neuausrichtung ihrer IT- und Digitalstrategien finden.



Haben Sie als CIO oder digitale Führungskraft Interesse an einem weiteren Austausch? Dann stellen Sie einen Beitrittsanfrage für den Quality Leadership Circle – ich freu mich auf ein Kennenlernen!