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Europian CountryEs kommt Bewegung in den Cloud Computing Markt. Zumindest in Österreich, Deutschland und in der Schweiz. Allerdings löst das keine Begeisterung bei mir aus, denn mir scheint, dass der Rest der modernen Welt Cloud Konzepte längst als Selbstverständlichkeit betrachtet und dessen Entscheidungsprozesse auf jene Möglichkeiten ausgerichtet sind, die Cloud Computing bieten kann.

Bitte nicht falsch verstehen: ich möchte die Aktivitäten der letzten 12 Monate nicht schlechtreden. Nagarro Austria hat während dieser Zeit eine beachtliche Anzahl an Cloud Projekten umgesetzt und bekommt immer mehr und mehr Anfragen. Trotzdem werde ich nicht müde zu betonen, dass zu viele Unternehmen in den erwähnten Märkten fast schon hoffnungslos verspätet sind und immer noch zögern Fahrt aufzunehmen. Denn verglichen mit den Musterschülern UK, Nordics, Benelux, aber auch Italien und Spanien, ganz zu schweigen von den Strebern USA, Australien und Kanada, sind Mitteleuropa und CEE schwer erziehbare Nachzügler. Durch eine zu zögerliche, vermeintlich risikovermeidende Haltung, aber auch gefangen in Ansichten wie „das haben wir immer schon so gemacht“ oder „solange etwas funktioniert ändere ich es nicht“, hat Zentraleuropa wertvolle Zeit verloren.

„So what“ erwidern dann viele Entscheider. „Wo sind die Nachteile für mein Unternehmen? Es ist doch nebensächlich ob eine Applikation in der Cloud läuft oder in meinem Rechenzentrum. Vielleicht kostet die Cloud in Summe tatsächlich etwas weniger, aber was soll’s…“. Das ist grundsätzlich richtig, wenn man die Cloud auf ausgelagerte virtuelle Server oder Storage reduziert. Dabei sind diese Low Level Cloud Services mittlerweile reine Commodity. Viele Unternehmen befinden sich mittlerweile im zweiten Lebenszyklus ihrer Applikationslandschaft. Cloud Computing war bereits im ersten Zyklus die Basis für alles was einfache IT Dienste wie Compute, Storage und Datenbanken betraf.

Wir haben vor Kurzem den RFP bezüglich Re-Designs und Implementierung einer BI & Analytics Plattform eines globalen Unternehmens beantwortet. „Cloud oder nicht Cloud“ stand gar nicht zur Debatte. Die bereits bestehende Plattform (SAP, BO usw.) läuft bereits seit Jahren in der Cloud. Eine Lösung anzubieten, die nicht in der Cloud läuft, wäre vermutlich ein Ausschlusskriterium gewesen, weil diese als unflexibel, teuer und archaisch bewertet werden würde.

Wenn man bedenkt, dass sämtliche Konzepte und Technologien wie Analytics (Big Data) oder Sensorik (IOT) unsere Welt in wenigen Jahren in unvorstellbarem Ausmaß verändern werden, und dass Cloud Computing die essentielle, unverzichtbare Basis dafür ist, ist das Zögern und Abwarten mancher Unternehmensentscheider völlig unverständlich. Angesichts des immer globaleren Mitbewerbs und immer kürzer werdenden Innovationszyklen mancher Unternehmen zum Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit, birgt dieses Ausharren auf Bestehendem die wahren Risiken und kann mitunter auf lange Sicht für Unternehmen existenzbedrohend sein.