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Millennials formen die Art und Weise neu, wie die meisten Unternehmen über IT denken – insbesondere, wenn es um die Cloud geht. Im Zuge des Quality Leadership Circle tauschte sich am 26.2.2020 eine exklusive Runde österreichischer Digitalisierungsverantwortlicher zu Pros und Cons von Cloud-Computing aus.

 

Der Quality Leadership Circle (kurz: QLC) ist ein Netzwerk für ausgewählte Keyplayer, die ihr Unternehmen zukunftsfit machen. Im vertrauensvollen Rahmen tauscht man sich zu strategischen Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen aus. Wechselnde Impulsvorträge und persönliche Erfahrungen liefern wertvollen Input, um digitale Durchbrüche zu erzielen. Es war bereits das 10. Treffen der QLC-Community im angenehmen Gesprächsambiente von Landtmann’s Beletage im ersten Wiener Gemeindebezirk.

Halten Angebote wie Software (SaaS), Infrastructure (IaaS) oder Platform as a Service (PaaS) tatsächlich das, was sie versprechen? Wie werden sie im Hinblick auf Qualität, Wirtschaftlichkeit und Risiken bewertet? Wie wirkt sich das Mindset von Millennials und Generation Z, die immer mehr in die Rolle von IT-Entscheidungsträgern wachsen, auf IT-Strategien von Unternehmen aus

 

Impulstalk: Cloud, what else?

Den Impuls zu einer lebhaften Diskussion bot Johannes Güntner, Leiter IT & Prozessmanagement bei den Wiener Komfortwohnungen, mit seiner Cloud-Only Strategie. Das Wiener Unternehmen wird sich in den kommenden Jahren auf die Entwicklung und Realisierung von drei großen Immobiliensegmenten fokussieren, um den kompletten Lebenszyklus der Menschen im Großraum Wien abdecken zu können: Serviced Apartments, klassischen Wohnimmobilien und betreutes Wohnen. Diese Erschließung neuer Geschäftsfelder bringt automatisch einen Mitarbeiterwachstum in kurzer Zeit mit sich. Eine Herausforderung, auf welche die IT vorbereitet sein will. Johannes Güntner sagt: „Es war klar, dass ohne eine konsequente Cloud-Only Strategie die gesteckten Ziele in der vorgegebenen Zeit nicht erreicht werden können.“

„Die Vorteile sind für uns vielfältig: Fokussierung der IT auf die Unterstützung des Business, Flexibilität im schnelleren Aufbau der Systeme, Skalierbarkeit in der Reaktion auf Veränderungen der Unternehmensgröße, Verfügbarkeit der neuesten Technologien, und Vermeidung hoher Investitionen in Hardware“, ist Johannes Güntner überzeugt.

Die Reise in die Cloud startete für die Wiener Komfortwohnungen Ende 2019 mit einem Azure Cloud Basis Setup und einer anschließenden Exchange Migration. Es folgte die Einführung der Device Management Lösung Intune und die Anbindung der ersten Applikation, einem Enterprise Content Management System, mittels Single Sign-on. Die ersten Meilensteine sind somit geschafft.


Discussing challenges in adopting cloud strategy – Quality Leadership CircleQuality Leadership Circle am 26.02.2020 in Wien

„Auch das Thema Security ist ein zentrales für einen CIO von heute“, so Johannes Güntner. Daher folgte in einem nächsten Schritt die Azure Cloud Security Umsetzung und die Azure Data Loss Prevention & Compliance (DSGVO). Um all dies erfolgreich realisieren zu können, muss man sich unvoreingenommen auf neue Technologien einlassen und alte Paradigmen über Bord werfen. Es benötigt ein IT-Team, dass Veränderungen zulässt und gerne neues Know-how aufbaut. Dies bejahten auch die Teilnehmer im Plenum zustimmend.

Tatsache ist, dass einige Unternehmen nach wie vor zurückhaltend bei der Einführung von cloudbasierten Lösungen sind. Oft ist die Angst vor unberechtigten Zugriffen und potenziellem Datenverlust zu groß. „Diesbezügliche Risiken sind real und ernst zu nehmen, aber zu Tode fürchten war auch keine Option für uns“, brachte es Johannes Güntner auf den Punkt und nimmt hier eine innovative Vorreiterrolle ein.

„Wir gehen konsequent in Richtung Modern Workplace. Wir probieren Neues zuerst in der IT aus, und wenn es für gut befunden wurde, rollen wir es im gesamten Unternehmen aus. Wichtig dabei ist, die Endanwender laufend zu schulen und abzuholen“, betonte Johannes Güntner in seinen Lessons Learned. Der Schritt in die Cloud ist mit viel Wissensaufbau verbunden. Aufgrund des Fachkräftemangels kann hier professionelle Unterstützung von externen Partnern sehr hilfreich sein, war sich auch die Runde einig. Auch das Kostenmanagement ist ein weiterer kritischer Erfolgsfaktor. Wenn man böse Überraschungen auf der monatlichen Cloud-Rechnung vermeiden möchte, darf man hier den Überblick nicht aus den Augen verlieren.

Und die nächsten Schritte sind auch schon eingeleitet bzw. in Planung: nach der Einführung von Teams und SharePoint als zentrale Collaboration- und Intranet-Plattform stehen PowerBI als zentrale Business Intelligence Lösung und Power Apps & Power Automate zur Digitalisierung und Automatisierung von Businessprozessen auf der ToDo-Liste. „Da haben wir uns viel vorgenommen, aber ich bin zuversichtlich, die gesteckten Jahresziele durch die gewählte und wohlüberlegte Cloud-Strategie gemeinsam mit meinem Team erreichen zu können“, ergänzte Johannes Güntner.

Nach einer regen Diskussion setzten wir den Erfahrungsaustausch bei einem gemütlichen, kulinarisch begleiteten Abschluss fort. Es war ein inspirierender Abend für alle Teilnehmer.

 

Fazit

Trotz unterschiedlicher Einsatzszenarien und Umsetzungswege ist die Cloud heute schon fixer Bestandteil in vielen Unternehmen. Für eine noch schnellere Verbreitung von Cloud Anwendungen werden künftig die Millennials sorgen: Bis 2025 werden sie drei Viertel der globalen Arbeitskraft ausmachen und zunehmend die Rolle eines IT-Entscheidungsträgers in Unternehmen einnehmen.

Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und demografischer Wandel sorgen für einen Umbruch in der Arbeitswelt. Dazu gehört eben auch der Generationenwandel. Millennials und die Generation Z prägt vor allem, dass sie in einer vernetzten Welt aufwachsen, die auf Cloud Services basiert. Ihre persönlichen, positiven Erfahrungen mit der Cloud übertragen sie auf den Arbeitsplatz und werden künftig Cloud Services als Standard etablieren, ohne Ausnahme.

Es liegen spannende Zeiten für Unternehmen vor uns, wir werden sie im Auge behalten und dieses Thema bei einem der nächsten QLCs bestimmt wieder aufgreifen.